Geschäftskonto für UG/GmbH — Online-Bank vs. Hausbank
Das Geschäftskonto ist das erste, was Sie nach dem Notartermin brauchen — die Einzahlungsbestätigung wird beim HRB-Antrag verlangt. Online-Banken sind oft kostenlos und für UG/GmbH spezialisiert, klassische Banken kosten 200 – 600 € pro Jahr.
Zum RechnerWann braucht man das Geschäftskonto?
Das Konto muss vor dem Notartermin eröffnet sein, denn:
- Das Stammkapital wird auf das Konto eingezahlt
- Die Bank stellt eine Einzahlungsbestätigung aus
- Diese wird vom Geschäftsführer beim HRB-Antrag eingereicht
Ohne Einzahlungsbestätigung keine HRB-Eintragung — und ohne HRB-Eintrag keine GmbH/UG. Daher gehört die Konto-Eröffnung an den Anfang der Gründungs-Checkliste.
Online-Bank vs. Hausbank — die Hauptunterschiede
| Kriterium | Online-Bank (Kontist, Holvi, Penta, Qonto) | Klassische Bank (Sparkasse, Volksbank, Commerzbank) |
|---|---|---|
| Kontoeröffnung | 0 €, online in 30 min | 50 – 100 €, Filialtermin |
| Kontoführung / Jahr | 0 – 180 € | 180 – 600 € |
| Filialnetz | Keine Filialen | Bundesweit |
| Buchhaltungs-Anbindung | Native Integration (sevdesk, Lexware, etc.) | Meist nur DATEV, sonst Export per CSV |
| Bargeldeinzahlung | Begrenzt, oft kostenpflichtig | Standard, kostenlos in Filiale |
| Kreditkarte / Debit | Inklusive (oft Visa/Mastercard) | Aufpreis 50 – 100 € / Jahr |
| Kreditlinie / Überziehung | Limitiert, oft erst nach 6 Monaten | Standard nach Bonitätsprüfung |
| Geschäftskredite | Selten, nur bei Großen wie Qonto | Standard-Geschäftskreditprodukte |
Empfehlung nach Profil
Solo-UG / Solo-GmbH, digital arbeitend
Online-Bank (Kontist, Holvi) — kostenlos, schnell, mit Buchhaltungs-Anbindung. Ideal für Berater, Software-Entwickler, Online-Dienstleister.
GmbH mit Hausbank-Vergangenheit / lokaler Geschäftstätigkeit
Sparkasse oder Volksbank — wenn Sie ohnehin eine Hausbank haben (z. B. für Privatkonto), ist die Geschäftskonto-Eröffnung dort einfach. Bargeldgeschäft, lokale Kunden und persönliche Beratung inklusive.
Wachsende GmbH mit Investorenplänen
Kombination: Online-Bank für laufenden Betrieb + klassische Hausbank für späteren Geschäftskredit / Investorenkommunikation. Mehr Verwaltungsaufwand, aber maximale Flexibilität.
E-Commerce mit Bargeldumsatz
Hausbank zwingend nötig — Bargeld einzahlen geht bei Online-Banken nur eingeschränkt (Cash-Service in Partnern, kostenpflichtig).
Worauf bei der Online-Bank-Wahl achten?
- UG/GmbH explizit unterstützt: Nicht alle Online-Banken eröffnen Konten für Kapitalgesellschaften. Vor Eröffnung prüfen.
- Echte IBAN mit DE: manche Online-Banken liefern ausländische IBANs (LT, FR, BE) — kann von Lieferanten/Kunden abgelehnt werden.
- SEPA-Lastschrift-Mandate: wichtig für wiederkehrende Zahlungen wie Software-Abos.
- Anzahl Banking-User: wenn mehrere Geschäftsführer Zugriff brauchen, manche Online-Banken berechnen pro User.
- Einzahlung Stammkapital muss vor Eröffnung möglich sein:die Bank muss eine Einzahlungsbestätigung für den Notar liefern können.
Konkrete Anbieter im Überblick (Stand 2025)
- Kontist: Spezialisiert auf UG/GmbH, integriert Steuerberatung optional. ~12 €/Monat.
- Holvi: Eröffnung kostenlos, Premium ab 16 €/Monat. Eingebaute Rechnungsstellung.
- Penta: Verschiedene Tarife ab 9 €/Monat. Buchhaltungs-Anbindung gut.
- Qonto: Französische Online-Bank mit DE-IBAN, ab 9 €/Monat.
- Commerzbank Geschäftskonto: ab ~16 €/Monat, klassische Filiale + Online.
- Sparkasse / Volksbank: 15 – 50 €/Monat, regional unterschiedlich.
Faustregel
Für 90 % der UG/GmbH-Gründungen reicht eine Online-Bank.Sie sparen 200 – 500 € pro Jahr Kontoführung. Wenn später ein Geschäftskredit oder ein Investorenkonto nötig wird, ergänzen Sie eine Hausbank — kein Grund, vorher schon teurer zu fahren.